Heimat- und Industriemuseum Wackersdorf

Dokumentation der Landschaftsgestaltung im Erholungsgebiet rund um Wackersdorf (Oberpfälzer Seenland)

Museumsträger:
Gemeinde Wackersdorf im Heimatkundlichen Arbeitskreis e.V.

Dokumentation
Neben Darstellungen der örtlichen Verhältnisse vor dem Braunkohlenbergbau sind die dadurch verursachten einschneidenden Veränderungen innerhalb des Gemeindegebietes dargestellt. Daher ist die Ortsverlegung und Wiederherstellung der Landschaft in vielen Fotos und Übersichtplänen dokumentiert. Insbesondere wird der infrastrukturellen Neugestaltung des unmittelbaren Umfeldes Rechnung getragen, die Planung und Schaffung des Oberpfälzer Seenlandes.

Folgeindustrie-Firmen präsentieren sich mit Schautafeln, Exponaten und Technikfilmen. Eine Wegweisertafel im Eingangsbereich leitet den Besucher durch das Museum.

Chronologie des Heimat- und Industriemuseums Wackersdorf
Die Heimatgeschichte der Region war und bleibt jahrzehntelang untrennbar mit der Bayerischen Braunkohlen Industrie AG (BBI) verbunden. Nach der Auskohlung (1982) war man bestrebt, den Kohlenabbau für die Nachwelt zu dokumentieren.

Es gründete sich ein Heimatkundlicher Arbeitskreis, und 1997 konnte das Museum Wackersdorf eröffnet werden. Es befindet sich im ehe maligen BBI-Verwaltungsgebäudebereich (Laborgebäude) an der Bundesstraße 85.

Geschichtliche Entwicklung der Region
Der Großteil der Braunkohlenvorräte wurde im Gemeindebereich Wackersdorf erschlossen. Gravierende strukturelle Veränderungen erlebte die Gemeinde mit der Ortsverlegung 1950/52. Das ehemalige Altwackersdorf mußte der Kohlengewinnung weichen.

Nach Auskohlung dieses Gebietes wurde die entstandene Senke mit Bodenmaterial aus anderen Tagebauen aufgefüllt und aufgeforstet. Hier entstand ein Naherholungsgebiet mit Forst-Lehrweg.

1962 erschloß man im nördlichen Gemeindegebiet ein neues Kohlenfeld "Rauberweiher" (60 Mill. Tonnen Vorrat).
Die ursprüngliche Landschaft mit Vielzahl von Fischweihern und Waldungen wurde völlig verändert.

Nach Auskohlung der gesamten Vorräte (1982) bemühte sich die Gemeinde um Folgebetriebe. Die zuvor geplante Errichtung einer Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstäbe scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Die Neuansiedlung von anderen leistungsfähigen Firmen brachte den gewünschten Aufschwung.

Museums-Gliederung
Im Untergeschoß befinden sich der Begrüßungs- und Vorführraum sowie Produkte der regionalen Ton- und Steinzeugindustrie. In zwei Ausstellungsräumen werden Planung und Ausführung der Rekultivierung mit Seenlands-Gestaltung gezeigt.

Im Erdgeschoß ist die Entwicklung der Kohlengewinnung im Gemeindebereich, bergmännisches Brauchtum (Knappenverein und Knappenkapelle), Aktivitäten der örtlichen Trachtenvereine und die Ortsverlegung dargestellt. Eine Obersichtstafel mit Abbildungen der früheren Häuser von Altwackersdorf ist eine besondere Attraktion.
Das Obergeschoß ist der Firmen-Präsentation vorbehalten. Hier finden sich interessante Einblicke in die Firmentätigkeit von BMW, Wilden, OBAG, Siemens, WAA-Technik, usw.

Modelle
Ein maßstabgetreues Wand-Großdiorama zeigt die Infrastruktur des Gebietes um Wackersdorf mit Seen, Ortschaften, Straßen, Wegen , sowie das nördliche Industriegebiet mit Gelände der
Wiederaufarbeitungsanlage (WAA).
Ein geologisches Erdkrustenmodell zeigt den Schichtenaufbau im Bereich der kohlenführenden Bodenwöhrer Senke.

Museum-Lehrwanderweg
Seit Herbst 2001 ist der 3,5 km lange Weg zwischen den beiden HAK-Museen Wackersdorf-Steinberg entlang der südlichen Tagebauseen beschildert und mit Schautafeln bestückt. In Folge werden dort Relikte des früheren Braunkohlenbergbaus und Ausblicke auf moderne Energieerzeugungs-Techniken vorgestellt.

Auch eine Nachbildung der ursprünglichen Tertiär-Landschaft (Torfmoore) mit damaliger Vegetation ist fertiggestellt.

Öffnungszeiten:

Sommerhalbjahr: April bis November
Sonntags: 14.00-17.00 Uhr

Winterhalbjahr:
geschlossen
(Änderungen vorbehalten)

Nur Gruppenbesuche zwischenzeitlich möglich.
Führungen nach vorheriger telefonischer Vereinbarung.

Telefon: 09431-743614
Telefax: 09431-7433636

Eintrittspreise
Erwachsene: € 1,--

Kinder ab 6 Jahre und Jugendliche bis 16 Jahre, Behinderte und Gruppen ab 20 Personen: € 0,50

Die Eintrittskarte gilt für beide Museen in Steinberg und Wackersdorf.

Erreichbar ist das Heimat- und Industriemuseum über die Autobahnabfahrt Schwandorf/Wackersdorf, dann über die Bundesstraße 85 in Richtung Cham, Abfahrt"IndustriegeländeNord/Seengebiete".

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